Einblicke aus unserem Praxisalltag

Hier teilen wir zukünftig Einblicke und Hintergründe aus unserem Alltag mit den Pferden. Verständlich erklärt, möchten wir so Tipps für den Alltag geben und aktuelle Themen aus der Pferdemedizin aufgreifen. 

Unser Ziel: Wissen weitergeben, Orientierung bieten und gemeinsam dazu beitragen, dass Ihre Pferde gesund und leistungsfähig bleiben.

Den Anfang macht ein Beitrag zum Fellwechsel im Herbst – weitere Artikel folgen. 

Schauen Sie also gerne regelmäßig vorbei! 

Fellwechsel – was im Pferdekörper passiert und wie Sie Ihr Pferd jetzt optimal unterstützen

Von Anahita Genserich

Wenn Pferde in den Fellwechsel kommen, läuft ihr Körper auf Hochtouren. Während wir beim Putzen die Haare vom Pullover klopfen, produziert das Pferd Millionen neuer Haare. Das kostet Energie und verlangt dem Stoffwechsel einiges ab – besonders, wenn es sich um ein Sportpferd handelt, das gleichzeitig im Training steht.

Nahaufnahme des haarenden Pferdefells

Der Auslöser: Tageslicht statt Temperatur

Viele glauben, der Fellwechsel beginne mit den ersten kalten Tagen. Tatsächlich reagiert der Pferdekörper auf die Tageslänge. Weniger Licht führt dazu, dass bestimmte Hormone den Organismus auf den Winter vorbereiten. Das ist der Startschuss für das neue Fell.

Doppelbelastung für Sportpferde

Ein Sportpferd muss Energie in zwei Richtungen investieren: in die Ausbildung von Muskulatur und in das neue Haarkleid. Kein Wunder, dass manche Pferde in dieser Zeit schneller ermüden, empfindlicher wirken oder nicht ganz die gewohnte Leistungsfähigkeit zeigen.

Woran erkennen Sie normalen Fellwechsel – und wann wird es kritisch?

Typische Begleiterscheinungen wie viele lose Haare, eine matte Fellstruktur oder etwas mehr Ruhebedarf sind unproblematisch. Alarmzeichen sind jedoch deutlicher Gewichtsverlust, stumpfes oder fleckiges Fell, Hautprobleme oder anhaltende Mattigkeit. In diesen Fällen ist es sinnvoll, den Tierarzt hinzuzuziehen, um mögliche Mängel oder Krankheiten auszuschließen.

Fünf Tipps, wie Sie Ihr Pferd jetzt unterstützen können

1. Mineralstoffversorgung im Blick behalten

Zink, Kupfer und Selen sind im Fellwechsel besonders gefragt. Sie sorgen für gesunde Haut, widerstandsfähiges Fell und ein stabiles Immunsystem. Eine Blutuntersuchung hilft, Defizite gezielt zu erkennen, statt planlos zuzufüttern.

2. Auf Eiweiß achten

Fell besteht aus Keratin, einem Eiweiß. Pferde benötigen in dieser Zeit eine zuverlässige Eiweißquelle, vor allem wenn sie trainiert werden. Hochwertiges Raufutter ist die Basis, je nach Bedarf können eiweißreiche Ergänzungsfuttermittel sinnvoll sein.

3. Training anpassen

Wenn Ihr Pferd schneller müde wird, ist das kein Rückschritt, sondern Biologie. Plane ruhigere Einheiten, längere Schrittphasen und auch einmal einen Pausentag ein. So bleibt dein Pferd leistungsbereit, ohne überfordert zu werden.

4. Richtiges Deckenmanagement

Geschorene Pferde im Sport brauchen in dieser Phase ein durchdachtes Deckenmanagement. Abschwitzdecken, Übergangsdecken und je nach Haltung wärmende Varianten gehören in den Alltag. 

Freizeitpferde im Offenstall sind meist robust, benötigen aber bei Alter oder Krankheit ebenfalls Schutz.

Eine Person befestigt eine Decke an einem Pferd in einem Stall.

5. Pflege unterstützt den Stoffwechsel

Regelmäßiges Striegeln entfernt nicht nur lose Haare, sondern regt die Durchblutung der Haut an. Das unterstützt den Stoffwechsel und stärkt die Abwehrkräfte. Tägliche Putzrunden sind in dieser Zeit ein echter Gesundheitsfaktor.

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